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Special: ROT-13

Hallöle,

hier folgt der nächste Teil des Verschlüsselungs-Specials. Heute stelle ich euch ein nettes kleines Verfahren vor:

ROT-13

ROT-13 wird oft mit der Cäsar-Chiffre in einen Topf geworfen. Dann Deckel zu und ordentlich durchkochen ;-) Das hat auch einen guten Grund: Es ist die selbe Methode. Der einzige wirkliche Unterschied: ROT-13 arbeitet mit einem festen Key. Das heißt, dass das Klartext-Alphabet IMMER um GENAU 13 Stellen verschoben wird. So entspricht A, N und B, O usw.

Der grobe Unterschied ist also nicht wirklich berauschend, aber er ist eben da, wie eine lästige kleine Zwiebel auf meinem Döner, obwohl ich denselben ohne jene Zwiebel bestellte. Ich HASSE Zwiebeln. Egal. Jedenfalls ist diese Zwiebel, äh – dieser Unterschied vorhanden. Und genau dieser Unterschied hat ROT-13 berühmter gemacht, als die Cäsar-Chiffre und das aus folgenden Gründen:

1. Es ist ein bisschen einfacher und der Key lässt sich dank des Namens auch gut merken.

2. Der Name ist schön aus dem Englischen hergeleitet. (rot.=rotate=rotieren)

3. Es ist immer der gleiche Key…

… und genau das ist der wichtige Vorteil. Jeder benutzt den gleichen Key zum Ver- und Entschlüsseln. Das heißt, dass alle Programme den Code gleichermaßen knacken können, und dass man es sogar im Kopf problemlos auswendig lernen kann. Was genau bringt das? Dazu muss man sich die Herkunft der Chiffre ansehen. Sie kam aus Newsgroups und Foren. Sie wurde benutzt, um Leser vor dem unbeabsichtigten Lesen einiger Informationen, wie zum Beispiel den Pointen dreckiger Witze zu schützen. Das Prinzip ist ähnlich dem, welches von Zeitschriften benutzt wird. Diese schreiben Lösungen und Antworten ggf. auf dem Kopf.

Gerne wurde ROT-13 auch ab und zu zur Abschreckung von ‘noobs’ in diversen Kreisen benutzt. Ähnlich leetspeak.

Diese Chiffre hat es sogar geschafft, so berühmt und ‘wichtig’ zu werden, dass Newsreader und E-Mail-Programme manchmal (früher fast immer) über eingebaute Dechiffrierer verfügen.

Damit kommen wir zum wichtigsten Punkt überhaupt: Dem Entschlüsseln! Ein ROT-13-Code kann genauso entschlüsselt werden, wie er auch verschlüsselt wurde! Warum? Wegen der ‘magischen’ Zahl 13, welche unseren Key darstellt. Wir erinnern uns: Unser Alphabet hat 26 Buchstaben = 2*13 Buchstaben. Wenn wir einen Text verschlüsseln, und dann mit demselben Verfahren erneut bearbeiten, haben wir das Alphabet zweimal um 13 Stellen verschoben. Wmoit wir wieder beim Anfang wären! Und genau DAS ist der geniale Vorteil von ROT-13 gegenüber ganz normaler Cäsar-Chiffre. Wobei sich bei letzterer natürlich der gleiche Effekt einstellen würde, wenn man 13 als Key benutzt ;-)

Zur Sicherheit: Da aller Welt der Key bekannt ist, ist es ein leichtes solchen Code zu knacken. Er ist somit noch unsicherer als eine normale Cäsar-Chiffre. Einziges Problem: Woran erkenne ich Text, der mit ROT-13 verschlüsselt wurde? Das ist leider nicht einfach zu beantworten. Wir werden aber später drauf eingehen. Es sei nur soviel gesagt: Das Verschlüsselungsverfahren lässt sich mit einfachsten kryptoanalytischen Verfahren, wie zum Beispiel der Buchstabenhäufigkeit erkennen.

Natürlich habe ich auch für ROT-13 ein kleines Tool vorbereitet!

Zu finden ist es hier

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