Polybius-Chiffre
Polybios war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber. Berühmt wurde er durch sein größtes Werk, die Historíai. In diesem wird der Werdegang Roms beschrieben. In dem Zehnten von insgesamt 40 der Bücher seines großen Werks beschreibt Polybius eine Verschlüsselungsmethode, welche sogar im 20. Jahrhundert noch Anwendung fand. Er hat die Chiffre vermutlich nicht erfunden, aber maßgeblich verbessert. Die Methode hierbei ist denkbar einfach:
Man benötigt eine Tabelle mit 5 Spalten und 5 Zeilen. Dort trägt man nun alle Buchstaben des Alphabets von links nach rechts und von oben nach unten ein:
Matrix der Polybius-Chiffre:
Für den Griechen Polybius war das in den lateinischen Schriftzeichen kein Problem. Für uns heute allerdings schon: Wir haben einen Buchstaben zu viel, das ‘J’. Da J und I jedoch fast das gleiche sind, kann man darüber hinwegsehen und sie einfach wie einen Buchstaben behandeln.
Nun zur eigentlichen Methode: Bei dieser Chiffre handelt es sich um eine bipartite Transposition. Das heißt: Jeder Klartextbuchstabe wird durch zwei andere Zeichen ersetzt. Im Falle der Polybius-Chiffre sind es zwei Zahlen, nämlich zeile (waagerecht) und Spalte (senkrecht). Möchte ich nun einen Buchstaben verschlüsseln, ersetze ich ihn einfach durch die Ziffer der Zeile in der er steht und der Ziffer der Spalte in der er steht.
Beispiel:
H = 23
A = 11
L = 31
L = 31
O = 34
Die Polybius-Chiffre ist somit eine sehr simple Verschlüsselungsmethode. Sie ist einfach anzuwenden, aber leider auch noch einfacher zu knacken als die Cäsar-Chiffre.
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